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So begann alles....


Rikes erster Wurf

Die Rike, rau und gut im Haar
und vom Charakter wunderbar,
die sollte sich in allen Ehren
mit einem Rüden bald vermehren.
Für´s Frühjahr war dieses geplant.
Doch als hätte sie´s geahnt
verschob sie ihre Läufigkeit
bis in den Dezember weit!
So fiel dann plötzlich der Entschluss,
dass es jetzt eben gleich sein muss.
Das Telefon lief richtig heiß,
gefragt wurd´ jeder, ob er weiß
wer denn für sie in Frage käme,
damit sie keinen Schaden nähme.
Der Yago von der Fränkischen Schweiz
der hatte dann den rechten Reiz
und machte darum auch das Rennen.
Am Heiligen Abend lernt´ er sie kennen!
Sie waren sich gleich sehr sympathisch.
Das Vorgehen war systematisch ...
Der junge Mann war ihr beliebt
und außerdem gut eingeübt.
Dass die Wahl die rechte war,
das zeigte sich im Januar.
Verschmust fast bis zum Gehtnichtmehr
und ständig hinterm Fressen her,
das war man bisher nicht gewohnt!
Das Treffen hatte sich gelohnt.
Im Februar dann sah man´s auch:
Ganz gewaltig wuchs der Bauch!
Unser kleiner flinker Dackel
kam recht mächtig in´s Gewackel.
Doch sie meistert diese Zeit
mit der ihr eigenen Selbständigkeit.
Als ihr der Bauch am Boden schleifte
in uns schon der Gedanke reifte,
sie könnte etwa Schaden nehmen,
wenn zu viel Welpen dann ankämen!
Der fünfundzwanzigste Februar
als Wurftag ausgerechnet war.
Doch Tage schon vor dieser Zeit
saß jeder von uns sprungbereit,
und von dem Dackel jeder Ton
ließ uns bereits aufspringen schon.
Jedoch die Rike, viel gescheiter,
beachtete dies gar nicht weiter.



Ganz souverän und mit Bedacht
wartete sie bis zur Nacht.
Deshalb der sechsundzwanzigste Februar
der Geburtstag ihrer Jungen war!
Als hätte sie nie etwas andres erlebt,
war sie von Anfang an bestrebt
die Kleinen zu pflegen und zu beschützen
und ihnen mit viel Milch zu nützen!
Drei Mädchen, drei Buben auf einmal versorgen
beschäftigt einen vom Abend bis Morgen
und wieder zurück, rund um die Uhr.
Das kann eine Spitzenmutter nur!
Ein großes Gewusel war in der Kiste.
Und täglich wurde vermerkt auf der Liste,
ob jeder der Kleinen auch zugenommen,
oder ob einer zu wenig bekommen.
Doch dank der Betreuung durch ihre Mutter
standen sie alle stets gut im Futter!
Das Fell wie aus Seide und ständig umhegt
waren sie immer bestens gepflegt.
Die Unterscheidung fiel allerdings schwer,
sie lagen und krochen alle umher.
Sie wurden benannt in „ groß, mittel und klein“,
mehr Unterscheidung konnte nicht sein!
Doch dies änderte sich mit der Zeit,
ein jeder zeigte Persönlichkeit!

Der Arkas, früher klein und leicht,
hat schnell die anderen erreicht.
Gern lässt er sich am Arm verwöhnen
und streicheln seinen Kopf, den schönen,
mit den drei Streifen auf der Stirn.
Der Arkas hat auch was im Hirn!
Wenn er was will, dann bellt er laut,
damit man schleunigst nach ihm schaut.
Er will auch ohne Grund nicht streiten
und Unannehmlichkeit vermeiden.
Doch wehren kann er sich schon richtig,
im Catchen ist er auch sehr tüchtig.
Ein Gentleman ohn´ Fehl und Tadel,
geschaffen wie aus altem Adel!

Der Aladin ist auch ein schöner,
allerdings etwas bequemer!
Beim Futtern ist er stets dabei,
ganz egal, was es auch sei.
Seinem runden Mondgesicht
kann man widerstehen nicht!
Kommt er und brummt dich an von unten
hat er Beachtung schon gefunden.

Dann schmeißt er sich mit viel Entzücken
auf seinen kleinen Dackelrücken
damit man „Dackelwackeln“ spielt,
denn darauf hat er abgezielt.
Stets ist er freundlich und bedacht,
dass er nicht zu viel Stress sich macht.
Angriffe kann er gar nicht leiden,
da kann er dann auch tüchtig streiten!
Ein Clown wie er, der kann im Leben
den Menschen sehr viel Freude geben!

Der Ares von Geburt an schon
bestimmte in dem Wurf den Ton.
Als größter und dazu als schwerster
war er beim Trinken immer erster!
Daran gewöhnt von Kindesbeinen
scheint er jetzt immer noch zu meinen,
dass er, egal worum es geht,
gewiss an erster Stelle steht.
Glaubt er, dass etwas ihm gehört,
beißt er nach jedem, der ihn stört.
Dieses ist gar nicht bös gemeint,
selbst wenn es manchmal so erscheint.
Ist das Geknurr auch manchmal groß,
geschieht es doch zur Übung bloß.
Der Ares hat sehr schnell kapiert,
dass hier niemand bevorzugt wird.
Ein Krieger ist er zwar bestimmt.
Doch wenn man auf den Arm ihn nimmt,
dann kann er schmusen wie kein zweiter
mit Dackelküsschen und so weiter!


Die Alpha ist so klein und zart
mit ihrem wuscheligen Bart!
Ihr Nabelbruch, das ist ein Pech.
Doch trotzdem ist sie ziemlich frech.
Und neugierig für alle sechse
ist sie auch, die kleine Hexe!
Sie sitzt auf ihrem kleinen Po,
mit schiefem Kopf, dann schaut sie so,
dass jeder Widerstand mit Wonne
dahinschmilzt wie der Schnee bei Sonne.
Ein jedes Ding muss sie erkunden
und ständig wird was neu gefunden.
Alles wird dann unverzagt
von der Alpha angenagt!
Hat sie genug geforscht für heute,
dann sucht sie rasch nach ihrer Meute
und kuschelt sich an diese warm.
Am allerliebsten auf dem Arm!
Bei ihrem lustigen Geschau,
das weiß die Alpha ganz genau,
würd´ selbst der Pumuckel verblassen
und Alpha gleich den Vortritt lassen!

Die Alma ist die kleine schwarze
unheimlich wendige Dackelkatze.
Nichts ist zu steil und nichts zu hoch –
die Alma schafft stets alles doch!
Mit ihren schönen langen Ohren
wird schnell zum Liebling sie erkoren.
Ein Wildfang ist sie und so keck!
Es hält sie nicht an einem Fleck.
Wo gibt es noch was zu erkunden?
Seht her, ich hab es schon gefunden!
Die Tulpen köpft sie gern im Garten.
Wo sind die andern? Kann nicht warten!
Da drüben liegt ein Holz zum Kauen,
am Teich muss ich das Schilf anschauen,
da hinten wackelt doch auch was?
Ach so, das kenn ich, ist bloß Gras!
Vor lauter Unternehmungsgeist
vergisst die Alma leider meist,
dass Dackel auch mal fressen müssen.
Dafür kann Alma sehr gut küssen!
Und Kuscheln mit jeder einzelnen Tatze
liebt Alma. Eben wie eine Katze!

Die Aika war gleich groß und schwer.
Bei Welpen macht das schon was her!
Gegen die Schwestern, wuschlig und zart,
ist die Aika einfach apart.
Mit ihren mandelförmigen Augen
würd´ sie für jeden Wettbewerb taugen!
Verschmust und freundlich in ihrem Wesen
ist sie von Anfang an gewesen.
In Füße und Hosen beißt sie zwar gern,
doch wird es verboten, hält sie sich fern!
Sie kann auch mal raufen, wenn es sein muss.
Wahrscheinlich tut sie´s dann auch mit Genuss.
Im Wesentlichen ist sie aber sehr friedlich
und macht es sich gern im Kissen gemütlich.
Die Aika braucht man nur anzusehn,
dann findet man sie schon wunderschön.
Prinzessin scheint uns der richtige Name
für diese besondere Dackeldame!
Dass sie genau wie die anderen Kinder –
und Mama Rike natürlich nicht minder –
besonders freundlich auf Menschen zugeht
sich sicherlich von selber versteht!



So war Rikes erster Wurf gewesen.
In Zukunft ist es dann nachzulesen,
wie alles damit ist verlaufen,
denn leider müssen wir Kinder verkaufen.
Ein jedes wurde ins Herz geschlossen,
ein jedes auf seine Art genossen:
Der Arkas, ruhig und elegant.
Der Aladin, nach einem Geist benannt.
Der Ares, mutig und liebevoll.
Die Alpha, lustig, neugierig, toll.
Die Alma, wendig, flink und keck.
Die Aika, das Herz am rechten Fleck.
Nicht einen davon gibt man leicht her!
Es bleibt darum zu wünschen sehr,
dass in der Familie dann, der neuen,
sich alle über den Zuwachs freuen.
Dann werden die Kleinen gut gedeihen-
und uns die Rike vielleicht verzeihen!

Und eventuell wird das Abenteuer
dann auch wiederholt. Ein Wurf, ein neuer
geplant und nochmal in Szene gesetzt.
Und dann ist es wieder genauso wie jetzt!

30. April 2000
Barbara Hennermann

















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