Veränderung
Psychotherapie heißt Veränderung. Das Ziel jeder Psychotherapie ist eine Veränderung. Oft ist nicht klar, in welche Richtung die Veränderung gehen soll, lediglich der bestehende Zustand soll verändert, beendet, aufgelöst werden. Angst soll in Nicht-Angst, Schmerz in Nicht-Schmerz verwandelt werden, möglichst schnell, möglichst sofort, möglichst für immer. Seltener gelingen schnelle Wandlungen, meistens braucht Therapie ihre Zeit.
Jeder Mensch ist einzigartig, selbst Zwillinge zeigen ihre  Unterscheidungen schon bei der Geburt: sie werden nacheinander geboren. Diese Einzigartigkeit erfordert eine individuelle Therapie, eine individuelle Veränderung, denn die persönliche Lern-und Lebensgeschichte hat prägende und gewohnheitsbildende Auswirkungen.

"Im Wesentlichen soll das Ziel einer Psychotherapie darin liegen, dem Patienten auf eine ihm adäquate, zugängliche und annehmbare Art zu helfen. Wenn man ihm Hilfe anbietet, sollte man das, was der Patient vorbringt, voll und ganz respektieren und nutzbar machen. Besonderes Gewicht sollte eher dem beigemessen werden, was der Patient in der Gegenwart tut und in der Zukunft tun wird, und nicht so sehr der Frage, warum ein längst vergangenes Ereignis geschah. Die unerlässliche Voraussetzung einer Psychotherapie sollte die gegenwärtige und künftige erfolgreiche Veränderung des Patienten sein, wobei man nur soviel Aufmerksamkeit auf die Vergangenheit richtet, wie nötig ist, um eine Fortbestehen oder Wiederaufnehmen vergangener Fehlanpassungen zu verhindern."(M.H.Erickson,Gesammelte Schriften, Band 5, S.229)

Eine erfolgreiche Veränderung kann nur dann erreicht werden, wenn die Bereitschaft dazu vorhanden ist. Therapeutische Begleitung / Unterstützung soll helfen, diese Bereitschaft in die Tat umzusetzen, die Schritte zur Veränderung klein genug zu halten, um nicht zu stolpern oder zu stürzen. Die therapeutisch nützlichen Modalitäten, die eine Verhaltensänderung fördern, können sehr unterschiedlich sein. Erst die Zustimmung des Patienten lässt ihre Wirksamkeit entfalten.
Der Grund-Satz Martin Bubers kann als Orientierung dienen: "Die Grundlage menschlichen Zusammenlebens ist eine zweifache und doch eine einzige- der Wunsch jedes Menschen, von den anderen als das bestätigt zu werden, was er ist, oder sogar als das, was er werden kann; und die angeborene Fähigkeit des Menschen, seine Mitmenschen in dieser Weise zu bestätigen."

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